Due Diligence

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Sonderausgabe Finanzen & Logistik

IPL-Magazin 14 Sonderausgabe | Februar 2011 | Autor: Werner Schulze (Schlecht & Partner) und Dirk Rimkus (IPL)

 

Due-Diligence (DD)  analysiert Stärken und Schwächen eines Unternehmens, zeigt Risiken auf und bewertet dieses. Neben dem klassischen Financial DD bietet das Supply-Chain DD potentielle Chancen zur unmittelbaren Ergebnisverbesserung. 


Werner Schulze (Wirtschaftsprüfer, Schlecht und Partner)Die Durchführung einer Due Diligence ist kommend aus der angelsächsischen Investmentpraxis auch Bestandteil von mittelständisch geprägten deutschen Unternehmenstransaktionen geworden. Es ist davon auszugehen, dass das Scheitern zahlreicher M&A Projekte oftmals auch im Zusammenhang mit Defiziten im Rahmen der Durchführung der Due Diligence steht.  Der Wert- oder auch der Ergebnisbeitrag, der sich durch eine Due Diligence (in der Folge kurz DD) für den Auftraggeber ergibt, ist oftmals unmittelbar messbar. Die Ergebnisse der DD finden in der Regel unmittelbaren Niederschlag bei der Bestimmung bzw. Verifizierung des Kaufpreises, in Form von zahlreichen vertraglichen Garantien sowie bei der Festsetzung von Earn-Out Regelungen.

Eine DD kann aber auch initiiert werden, um Potenziale im Unternehmen zu heben und die Wettbewerbsposition zu stärken.

Mit der Durchführung einer DD werden insbesondere die folgenden Zielsetzungen verfolgt:

  • Identifizierung der Stärken/Schwächen und Chancen/Risiken des Zielunternehmens
  • Schaffung von entscheidungsrelevanten Informationen im Hinblick auf die im Kontext stehende Transaktion
         oder Restrukturierung
  • Vermittlung einer ganzheitlichen Betrachtung eines Objektes, der Prozesse und Informationsflüsse.
  • Beweissicherung im Hinblick auf mögliche Streitigkeiten im Nachgang eines Vertragsabschlusses
     

Ein Investor wird in der Regel die DD mit dem Ziel veranlassen, die Ergebnisse gezielt kaufpreismindernd einzusetzen. Ein Unternehmer kann eine Due Diligence (Vendor Due Diligence) veranlassen, um etwaige Schwachstellen zu beheben und im Vorfeld einer Transaktion Argumentationspunkte in Bezug auf Bewertungsaufschläge bzw. die Abwehr von Bewertungsabschlägen zu sammeln.

Inhalte der DD
In der Folge werden die wesentlichen Untersuchungs-gegenstände der Teilbereiche Market DD, Financial DD und Suppy-Chain DD dargestellt. Daneben werden bei Transaktionen üblicherweise die Teilbereiche Tax DD und Legal DD mit einbezogen.
 
 

Market DD/Commercial DD
Beurteilung der Branchenattraktivität, des Marktpotentials und der Wettbewerbsposition des Zielunternehmens. Die Ergebnisse bilden die Basis für die Plausibilisierung der Planung.
 


Financial DD
Zielsetzungen, die mit der Financial DD verfolgt werden, sind insbesondere die folgenden:

  • Schaffung eines Verständnisses des Geschäfts des Zielunternehmens
  • Schaffung einer Entscheidungsbasis pro oder contra einer möglichen Transaktion
  • Analyse der Chancen und Risiken der Transaktion
  • Schaffung einer Basis für die Bewertung des Zielunternehmens
  • Analyse potenzieller Synergien
  • Empfehlungen für die Post-Transaktions-Phase

Abb. 1.:  Klassische Stoßrichtungen beim Financial DD



Dirk Rimkus (IPL)Supply-Chain DD
Die Zielsetzung die mit der Supply-Chain DD verbunden ist, ist insbesondere die Klärung von vorhandenem Potenzial im Unternehmen, das sich durch prozessuale Optimierung kurzfristig und nachhaltig realisieren lässt.

Dabei wird primär der Cash-to-Cash Cycle mit der Methode des Cash-Convertion-Managment (CCM) analysiert und über die Definition der Ideal-Prozesse in konkrete und verbindliche Maßnahmenpakete zur Optimierung geclustert.
 
Entscheidend ist hierbei, die Umlaufgeschwindigkeit von eingesetztem Kapital effizient zu beschleunigen. In der Regel hat das eine Kürzung der Bilanz im Bereich Anlage- und Umlaufvermögen (RHB, UE, FE) wie auch bei den kurzfristigen Verbindlichkeiten zur Folge. Zwangsläufig führt dies zum Freisetzen von Kapital (free working capital).

Im Gegensatz zu anderen Ansätzen hat die CCM-Methode den entscheidenden Vorteil, dass nicht nur Gegenwart und Vergangenheit betrachtet werden, sondern vor allem die positiven Veränderungen / Optimierungen in die Zukunft sehr konkret kalkulierbar werden.



Abb. 2.:  Methodische Hinterfragung der Unternehmensdarstellung




Abb. 3.:  Zukünftige Ergebnisverbesserung durch die 360 Grad Betrachtung



 
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